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BIM: Das Praxisbeispiel Spital Limmattal in Schlieren

Building Information Modeling (BIM) ist zurzeit in aller Munde. Weniger klar ist hingegen, was man genau darunter zu verstehen hat. Abicht hat in mehreren Projekten Erfahrungen mit BIM sammeln dürfen. Soviel ist klar: BIM beflügelt den Planungsprozess für gebäudetechnische Anlagen, stellt aber auch sehr hohe Anforderungen an die Gebäudetechnik-Ingenieure – dies zeigt das Beispiel Spital Limmattal.

 

Auf dem bestehenden Areal des Spitals Limmattal in Schlieren (Abb. 1) entstand ein neues, modernes Akutspital, das im Herbst 2018 eröffnet werden konnte. Es verfügt über einen stationären Bereich mit einer Bettenstation, über einen ambulanten Bereich mit Notfallpraxis und Tagesklinik sowie über eine komplette medizinische Infrastruktur mit Radiologie und Operationssälen. Das Spital Limmattal wurde durch die Losinger Marazzi AG in Zusammenarbeit mit BFB Architekten und Brunet Saunier Architecture realisiert.

 

Für die Planung der Heizungs-, Lüftungs-/Klima- und Kälteanlagen sowie für die räumliche Koordination der gebäudetechnischen Anlagen war Abicht verantwortlich. Die neue Energieerzeugung besteht aus einer Erdsonden-Wärmepumpe, einer Hochtemperatur-Wärmepumpe und zwei Gasheizkesseln. Sie ver-sorgt das gesamte Areal des Spitals sowie das bestehende Pflegezentrum und drei Nachbarliegen-schaften mit Wärme. Die Kälteerzeugung wird durch Erdsonden und redundante Kältemaschinen über-nommen. Das Fussbodenheizungssystem wird gleichzeitig zur Kühlung eingesetzt. 28 Lüftungsanlagen übernehmen den hygienischen Luftaustausch und die entsprechend den Zonen geforderten Nachkondi-tionierungen.

 

 

 

 

Wie unterstützte Building Information Modeling nun die Planung der gebäudetechnischen Anlagen? «Unser Team entwickelte die Modelle der Heizungs-, Lüftungs- und Kälteanlagen», sagt Thomas Emmenegger, Projektleiter bei Abicht. «Diese wurden schliesslich mit dem zentralen Gebäudemodell, das durch die Architekten verwaltet wird, zusammengeführt». Dabei wurden sogenannte 6-fach-Ansichten von jedem Raum des Spitals - also von den jeweils 4 Wänden, der Decken und der Böden – entwickelt und die gebäude- und medizintechnischen Installationen visualisiert. Die Modelle der Heizungs-, Lüftungs- und Kälteanlagen wurden in 3D gezeichnet (Abb. 2 und 3). Die gebäudetechnischen Anlagen des Spitals Spitals wurden sozusagen vor dem Bau virtuell gebaut (Abb. 4.). Dies war gegenüber herkömmlichen, zweidimensionalen gebäudetechnischen Plänen ein grosser Schritt. Die gebäudetechnischen Modelle wurden schliesslich auch der Fachbauleitung vor Ort auf der Baustelle zur Verfügung gestellt, wobei diese über Tablets darauf zugreifen konnten.
 
Das gesamte Raumprogramm des Spitals wurde über die Software dRofus verwaltet. Diese Software wurde mit dem zentralen Gebäudemodell synchronisiert. Sie verwaltete die technischen Anforderungen der gebäudetechnischen Anlagen und stellte Ausstattungslisten und architektonische Grundlagen bereit. Das Datenmanagement und die Verschmelzung der unterschiedlichen Modelle erfolgte über den BIM-Manager von Losinger Marazzi.
 
BIM ermöglicht unseren Ingenieuren und Fachplanern effizientere Planungsprozesse. Auf der anderen Seite sind die Anforderungen an Knowhow und Technik sehr hoch. Das Projekt Spital Limmattal in Schlieren wurde für seinen wegweisenden Einsatz von Building Information Modeling übrigens bereits ausgezeichnet: So hat es 2015 an der BIM D’OR-Preisverleihung in Paris den BIM D’ARGENT in der Kategorie internationale Projekte gewonnen.

 

 

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