Gebäudetechnik
zukunftssicher planen
zurück
Blogbild
zurück

Entwicklung einer Sonderlöschanlage für die armasuisse Immobilien

Für die Löschung von militärischen Flugzeugen musste eine spezielle Löschanlage gefunden werden, welche nicht nur schnell und effektiv löscht, sondern parallel die Schäden bei einer möglichen Fehlauslösung gering halten.

Dafür war ein Test unter realen Bedingungen, sprich «nass» zwingend notwendig, damit Fehlfunktionen erkannt und korrigiert werden konnten.

 

Für das neue Zentrum Luftfahrtsysteme Emmen (ZLE) in der Halle 7 des Militärflugplatz Emmen, erhielten wir von armasuisse Immobilien, dem Immobilienkomptenzzentrum des VBS, den Auftrag zur Erstellung eines Brandschutzkonzeptes. Neben der armasuisse Lufterprobung wird die Halle zukünftig auch von weiteren militärischen Organisationen genutzt. So mussten Räumlichkeiten wie Büros, IT, Lager oder Werkräume miteingeplant und berücksichtigt werden. Dieses breite Nutzungsspektrum und die besonderen Risiken, welche durch militärische Flugsysteme entstehen, führten zu zusätzlichen Schutzzielen, welche über die Grundanforderungen der VKF hinausgingen. Eine nach VKF übliche Sprinkleranlage kam somit nicht in Frage. Zusammen mit dem Fachplanerteam und den Nutzern haben wir alle bekannten Löschsysteme verglichen und bewertet, jedoch keines wurde den besonderen Anforderungen gerecht. Es musste eine andere Lösung her. So entwickelten wir die Idee einer mehrstufigen Sprühflut-Löschanlage mit Schaumzumischung. In der ersten Stufe sollte, angesteuert durch zwei unabhängige Detektionsmittel, automatisch und schnell eine Bodenbeschäumung ausgelöst werden. In der nächsten Stufe erkennen nach einer gewissen Zeit weitere Detektionsmittel, ob das Ereignis unter Kontrolle ist oder ob im Notfall automatisch auf eine Deckenlöschung umgeschaltet werden muss. (Abb. 2)

 

Unser Brandschutzkonzept mit der Idee einer mehrstufigen Sprühflut-Löschanlage mit Schaumzumischung konnte schlussendlich überzeugen. Eine solche Eigenentwicklung brachte aber auch die eine oder andere Herausforderung mit sich wie:

 

  • geeignete Detektionsmittel finden, welche bei allen Betriebsarten sicher und unabhängig funktionieren
  • Definition der Bereiche mit Funktionserhaltsverkabelung inkl. der sicheren Verlegung dieser Kabel
  • Brandfallsteuerung mit möglichst kurzen Verzögerungszeiten und Lösung der Fail-Save-Problematik

 

welche wir jedoch im Team mit Bravour gemeistert haben.

Parallel haben wir zudem zusammen mit den Nutzern und Betreibern eine Risikoanalyse ausgearbeitet, welche die Risiken bei einer zu späten bzw. falschen Auslösung aufzeigt.

 

Um zu kontrollieren, ob im Notfall das System funktioniert, war ein Test unter realen Bedingungen, sprich «nass» zwingend notwendig, damit Fehlfunktionen erkannt und korrigiert werden konnten. Bevor wir jedoch einen ersten «nassen» Test durchführen konnten, mussten unter anderem zuerst umfangreiche Abklärungen betreffend Entsorgungswege für die kontaminierten Löschwasser-Rückhaltemengen gemacht werden. Erst nach allen notwendigen Abklärungen durften wir unter den strengen Augen verschiedener Kontrollinstanzen, die Tests durchführen. (Abb. 4)

 

Bereits nach knapp 2 Minuten konnte der Brand unter dem Flügel mit der ersten Löschstufe gelöscht werden. Es war keine Umstellung auf die Deckenlöschung notwendig und der Schaden könnte so im Ernstfall minimal gehalten werden. Auch alle weiteren Tests verliefen reibungslos und wurde zu guter Letzt durch eine unabhängige Kontrollstelle zertifiziert. (Abb. 5)

 

Dieses auch für uns nicht alltägliche Objekt stellte uns vor einige knifflige Herausforderungen. Umso mehr freuen wir uns über die erfolgreiche Lösungsfindung und Umsetzung. Es hat uns wieder einmal aufgezeigt, was alles möglich ist und machte uns um eine Erfahrung reicher.

 

Entwicklung einer Sonderlöschanlage -

Erkenntnisse und Tests (PDF)

 

BlogbildBlogbildBlogbildBlogbildBlogbild